Aktuelles

Stellungnahme des BID zur Förderung der Deutschen Digitalen Bibliothek

Bibliothek & Information Deutschland (BID) und seine Mitgliedsverbände der Berufsverband Information Bibliothek (BIB), der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) sowie der Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare e.V. (VDB) sind äußerst besorgt über die Kürzung der Finanzierung der Deutschen Digitalen Bibliothek.

Die Deutsche Digitale Bibliothek bietet seit 2012 niedrigschwelligen Zugang zu inzwischen mehr als 50 Millionen Kulturobjekten aus vielen Hundert Kulturerbeeinrichtungen wie Museen, Archiven oder Bibliotheken. Als deutscher Partner der Europeana leistet sie einen wertvollen Beitrag zur Sichtbarkeit des gemeinsamen kulturellen europäischen Erbes. 18 Einrichtungen beteiligen sich aktuell am Aufbau und der technischen Weiterentwicklung der Deutschen Digitalen Bibliothek, die Finanzierung von Bund und Ländern trägt der gemeinsamen Verantwortung für das kulturelle Erbe Rechnung. Über die Zugänglichmachung hinaus ist die Bedeutung der Deutschen Digitalen Bibliothek zur Sicherung des deutschen Kulturerbes vor Katastrophen unschätzbar.

Bibliothek und Information Deutschland (BID) e.V. ist über die Nachricht, dass die Finanzierung der Deutschen Digitalen Bibliothek um 20 % für 2026 gekürzt wurde und weitere Kürzungen ab 2027 angekündigt wurden, sehr besorgt. Schon der unveränderte Betrieb der Deutschen Digitalen Bibliothek mit technischer Infrastruktur und festen Personalstellen wird mit dem so erheblich gekürzten Etat kaum leistbar sein. Die notwendige strategische Weiterentwicklung und damit langfristige Sicherung der Deutschen Digitalen Bibliothek wäre ohne angemessene Finanzierung unmöglich.

Die vergangenen Jahre haben erneut gezeigt, wie schnell Kulturgüter durch Kriege, Naturkatastrophen und politische Umbrüche gefährdet werden können. Initiativen wie Saving Ukrainian Cultural Heritage Online (SUCHO), eine internationale Freiwilligeninitiative zur digitalen Bewahrung des ukrainischen Kulturerbes, zeigen, welcher Anstrengungen es bedarf, um in einem Krisenfall Kulturgüter zu digitalisieren und zu sichern. Mit der Deutschen Digitalen Bibliothek haben Bund, Länder und beteiligte Institutionen eine Struktur geschaffen, die nicht erst bei Beginn einer Krise aufsetzt.

Durch die Kooperation mit der Europeana wird der Zusammenhalt der europäischen Länder, deren Geschichte und Kultur nicht voneinander zu trennen sind, weiter gestärkt. Dieses mit erheblichen finanziellen Mitteln und dem Einsatz der beteiligten Institutionen gefestigte Fundament in der aktuellen Phase geopolitischer Unsicherheiten zu gefährden, wäre aus unserer Sicht ein großer Fehler. Dabei sind wir uns der finanziellen Herausforderungen, vor denen die Haushalte von Bund und Ländern stehen, sehr bewusst. Die strategische Entwicklung der Deutschen Digitalen Bibliothek wird dem Rechnung tragen müssen. Aus unserer Sicht wäre es aber gänzlich unwirtschaftlich, den bereits aufgebauten digitalen Schatz jetzt zu gefährden.

Bibliothek und Information Deutschland bittet daher den Beauftragten für Kultur und Medien und die Bundesländer, die Finanzierung und die strategische Weiterentwicklung der Deutschen Digitalen Bibliothek weiter im bisherigen Umfang zu gewährleisten.

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